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Die gruppe commode hat sich im Sommer 2004 in Hamburg gegründet. In ihr arbeiten Menschen mit unterschiedlicher politischer Herkunft und
Erfahrung zusammen: Ein Teil des Zusammenhanges hat seit 1995 in der gruppe demontage Politik gemacht, die sich im Mai 2004 aufgelöst hat.
Ein größerer Teil ist seitdem dazu gekommen. Politisch sind wir in der radikalen Linken zu verorten. Unsere organisatorische Geschichte reicht von
kommunistischen Gruppen und Parteien, über autonome Zusammenhänge, bis hin zu Initiativen gegen Faschismus, Rassismus oder Patriarchat.
Gemeinsam haben wir das Bedürfnis, als organisierte Gruppe hier vor Ort und zugleich mit einer internationalistischen Perspektive Politik zu machen. Auf Grundlage
einer gemeinsamen Theoriebildung werden wir generellere analytische Linien herausarbeiten, aber zugleich auch immer versuchen, in konkreten Situationen den
jeweiligen Handlungsbedarf zu bestimmen und im Rahmen unserer Möglichkeiten politisch zu intervenieren. Wie viele andere haben wir dabei das Problem, daß wir in
unserer Arbeit zwar eine dialektische Verschränkung von Theorie und Praxis anstreben, jedoch häufig auf die Analyse und Kommentierung der Verhältnisse und primär
symbolische Aktionen beschränkt sind. Schließlich sind die gesellschaftlichen Verhältnisse bekanntermaßen nicht so, dass die Linke morgen auch nur ansatzweise
die Machtfrage stellen wird.
Gerade deswegen sehen wir für uns eine wichtige Aufgabe darin, auch über unseren Gruppenrahmen hinaus in Zusammenarbeit mit anderen radikalen Linken zu
umfassenderen Organisierungsansätzen und damit zu einer Veränderung der ungünstigen Kräfteverhältnisse beizutragen. Bis dahin werden wir uns allerdings noch
öfters in realpolitischen Abwehrkämpfen bewegen und zur Verteidigung wichtiger sozialer und rechtlicher Standards dabei mitunter auch Bündnisse mit reformistischen
Linken eingehen müssen. Wichtig ist uns dabei aber immer, unsere radikale Gesellschaftskritik und die innerlinke Debatte nicht zurückstellen, sondern zu versuchen,
in allen Kampagnen systemwidrige Akzente zu setzen.
Inhaltlich wenden wir uns gegen ein Denken in Hauptwidersprüchen - sei es die Kritik an Kapital, Patriarchat, Imperialismus, Rassismus oder Nation. Es kommt
vielmehr darauf an, die Zusammenhänge, Widersprüche und Eigendynamiken der jeweiligen Ausbeutungs- und Herrschaftsstrukturen in ihrer Besonderheit und im
Zusammenhang zu erkennen und daraus sinnvolle soziale Kämpfe abzuleiten. Unsere langfristige Perspektive besteht dabei in der umfassenden sozialen Befreiung
der Menschen in einer Gesellschaftsform, die wir auch weiterhin als kommunistisch bezeichnen würden und wollen. Unser Gruppenname commode soll in diesem
Sinne programmatisch für einen „modernen Kommunismus“ (communisme moderne) stehen, der sich von einem mechanistischen Marxismus-Verständnis und einem
autoritären Staatssozialismus absetzt und zugleich positiv auf die emanzipativen Aspekte kommunistischer Bewegungs- und Organisationsgeschichte bezieht.
Wer uns kennen lernen oder mit uns zusammenzuarbeiten möchte, kann Kontakt zu uns aufnehmen unter
mail@gruppe-commode.org.
Die seit dem Oktober 1995 bestehende gruppe demontage hat sich im Mai 2004 aufgelöst. Ausschlaggebend waren nicht bestehende inhaltliche
Unterschiede, sondern persönliche Differenzen und Fragen der gemeinsamen Arbeitsweise. Diese ließen sich trotz intensivem und längerem
Bemühen nicht beheben. Auch der Trennungsprozess selber konnte nicht mehr zu einem einvernehmlichen Ergebnis geführt werden. Ein Teil der
gruppe demontage wird zusammen mit jüngst neu dazu Gekommenen die bisherige inhaltliche Ausrichtung und die Organisationsansätze unter
dem Namen gruppe commode fortsetzen. Kontakt zur Gruppe kann unter www.gruppe-commode.org aufgenommen werden. Wie immer,
organisiert Euch.
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